Left
Right

Das Philharmonische Staatsorchester Hamburg

Seit 188 Jahren prägt das Philharmonische Staatsorchester den Klang der Hansestadt. Die Ursprünge des Orchesters liegen im Jahr 1828, als sich in Hamburg eine „Philharmonische Gesellschaft“ gründete und bald zu einem Treffpunkt bedeutender Künstler wie etwa Clara Schumann, Franz Liszt und Johannes Brahms wurde. Große Künstlerpersönlichkeiten standen am Pult des Orchesters: Peter Tschaikowsky, Richard Strauss, Gustav Mahler, Sergej Prokofjew oder Igor Strawinsky. Bereits im Jahr 1902 fand das 500. Konzert der Philharmonischen Gesellschaft statt, 1908 wurde die Laeiszhalle mit einem Festkonzert eingeweiht. Seit dem 20. Jahrhundert prägten Chefdirigenten wie Karl Muck, Eugen Jochum, Joseph Keilberth, Wolfgang Sawallisch, Gerd Albrecht, Aldo Ceccato, Ingo Metzmacher und Simone Young den Klang des Orchesters. Gäste wie Otto Klemperer, Wilhelm Furtwängler, Bruno Walter, Karl Böhm oder Horst Stein brillierten am Pult.

Mit der Spielzeit 2015/2016 übernimmt Kent Nagano das Amt des Hamburgischen Generalmusikdirektors und Chefdirigenten des Philharmonischen Staatsorchesters und der Staatsoper Hamburg. Neben der Fortführung der traditionsreichen Philharmonischen Konzerte hat Kent Nagano mit der Philharmonischen Akademie St. Michaelis ein neues Projekt initiiert, bei dem Experimentierfreude und kammermusikalische Arbeit im Zentrum stehen. Ebenfalls neu ist das Format „Musik und Wissenschaft“, eine interdisziplinäre Kooperation mit der Max-Planck-Gesellschaft.

Auch Kammermusik hat im Philharmonischen Staatsorchester eine lange Tradition: Was 1929 zunächst mit einer Konzertreihe für Kammerorchester begann, wurde seit 1968 durch eine reine Kammermusikreihe fortgesetzt. So bieten die Philharmoniker pro Saison insgesamt rund 30 Orchester- und Kammerkonzerte an. Daneben spielt das Philharmonische Staatsorchester über 200 Opern- und Ballettvorstellungen in der Hamburgischen Staatsoper und ist somit Hamburgs meistbeschäftigter Klangkörper. Die stilistische Bandbreite der 125 Musiker, die von historisch informierter Aufführungspraxis bis hin zu den Werken unserer Zeit reicht und sowohl Konzert- als auch Opernrepertoire umfasst, sucht in Deutschland ihresgleichen. 2008 wurden Simone Young und das Philharmonische Staatsorchester mit dem Brahms-­Preis der Brahms-­Gesellschaft Schleswig-­Holstein ausgezeichnet. Im Jahr 2012 erhielt Simone Young einen „Helpmann Award“ für Aufführungen von Mahlers zweiter Sinfonie und Wagners „Rheingold“ mit den Philharmonikern im australischen Brisbane. Auf CD liegen alle Symphonien von Johannes Brahms und Anton Bruckner vor sowie ein kompletter Wagner-­Ring und Werke von Mahler und Hindemith.

Der musikalischen Tradition der Hansestadt fühlen sich die Mitglieder des Philharmonischen Staatsorchesters ebenso verpflichtet wie der künstlerischen Zukunft der Stadt. Bereits seit 1978 engagieren sich die Musikerinnen und Musiker in Hamburger Schulen. Unvergessen ist bis heute das Fernsehformat „Musikkontakte“, initiiert vom damaligen Generalmusikdirektor Gerd Albrecht. Heute stehen die „Musikkontakte“ für ein breit angelegtes Education-Programm, das Schul- und Kindergartenbesuche, musikalische Patenschaften, Kindereinführungen und Familienkonzerte beinhaltet. Damit leisten die Philharmoniker mit viel Spaß an der Sache einen wertvollen Beitrag zur musikalischen Nachwuchsarbeit in der Musikstadt Hamburg.